Endometriose - was ist das?

Endometriose - Das Chamäleon der gynäkologischen Erkrankungen 

Endometriose ist eine gutartige Erkrankung von der vor allem Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter betroffen sind.

Der Name Endometriose leitet sich vom lateinischen Wort für Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ab, welche die Innenseite der Gebärmutter auskleidet. Bei Frauen mit Endometriose tritt gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe, Endometrioseherde genannt, auch an anderen Stellen des Körpers auf, zum Beispiel:

  • In der Gebärmutterwand (das nennt sich Adenomyose)
  • Im Bereich der Eierstöcke und der Eileiter
  • In der Scheide
  • am Darm
  • Im Gewebe zwischen Enddarm und Scheide
  • An der Blase
  • Am Harnleiter
  • Am Bauchfell 
  • Im kleinen Becken
  • Im Douglasraum
  • An den Bändern der Gebärmutter
  • Seltener auch an oder in anderen Organen, wie zum Beispiel der Lunge und dem Zwerchfell
  • Auch Nerven (z.B. Ischiasnerv) können betroffen sein

Die Endometrioseherde sind hormonabhängig und bluten während der Menstruation wie die Gebärmutterschleimhaut, was Zysten und Verwachsungen verursachen kann. Genau so unterschiedlich wie die Stellen, an der die Endometriose auftreten kann, sind die Symptome, unter denen die betroffenen Frauen leiden.

Wie entsteht Endometriose?

Bei der Entstehung der Endometriose sind etliche Fragen ungeklärt und keine endgültige Aussage möglich.

Im Moment werden drei Theorien diskutiert:
1. Bereits bei der Entwicklung der Geschlechtsorgane siedeln sich Endometriumzellen an anderen Ort als der Gebärmutter an.

2. Normalerweise werden Endometriumzellen während der Menstruation über die Scheide ausgeschieden. Bei dieser Theorie «wandern» diese
     Zellen über die Eileiter in das kleine Becken. Bei entsprechender genetischer Veranlagung können sich diese Zellen in der Bauchhöhle
    einnisten. Dieses Gewebe blutet monatlich während der Menstruation in den Bauch und kann zu Verwachsungen führen.

3. Es werden Endometriumzellen über die Lymph- und Blutbahn zu entfernten Organen transportiert (z.B. der Lunge)

Endometriose - wo zeigt sie sich?

Die Mediziner unterscheiden folgende Manifestationen der Endometriose.

Oberflächliche Endometrioseherde: Diese können das Bauchfell der ganzen Bauchhöhle befallen.

Tief infiltrierende Endometrioseherde: Diese werden am häufigsten an den Haltebänder der Gebärmutter oder des Gewebes zwischen Gebärmutterhals / Vagina und Enddarm nachgewiesen.

Endometriosezysten: Dies ist die Manifestation einer Endometriose des Eierstocks. Die Endometriose bildet dabei Zyste sogenannte Endometriosezysten oder Schokoladenzysten. Der Inhalt der Zysten besteht aus altem Blut, welches wie Schokolade aussieht.

Befall von Organen durch die Endometriose: Praktisch jedes Organ des menschlichen Körpers kann durch eine Endometriose befallen werden. Neben der Gebärmutter (Adenomyosis uteri), dem Darm, der Harnblase, der Harnleiter können ganz selten die Lunge, das Gehirn,
der Knochen u. a. Organe befallen sein.

Vom Auftreten erster Beschwerden bis zur korrekten Diagnose vergehen durchschnittlich etwa 6- 8 Jahre. In dieser Zeit schreitet die Krankheit in der Regel voran und die betroffenen Frauen leiden, ohne zu wissen, an was sie leiden.